24 – Zwanzigundvier

24 Stunden meine Gedanken!

Der Osten zahlt noch immer

| 4 Kommentare

Ich könnte jetzt hoch politisch werden und auch in die Geschichte eintauchen und von Reparationsleistungen des ehemaligen DDR an die Russen anfangen, aber das will ich nicht.
Zwanzig Jahre nach der sogenannte „Wende“ gibt es immer noch Unterschiede von Ost und West die nicht gerechtfertigt sind. Ich frage mich warum gibt es andere Löhne und Ost und West?

Die Leute leisten hier die gleiche Arbeit, manchmal sogar noch besser aufgrund der Angst den Arbeitsplatz zu verlieren, aber warum soll diese Arbeit hier weniger wert sein. Diese Frage wurde ganz spannend im Ostlife Blog aufgeworfen. Besonders schön finde ich dahingehend die Aussage

Im Osten zu leben heißt Überzeugungstäter zu sein.

Sie trifft den Nagel auf den Kopf. Worauf ich aber hinaus will, der Osten zahlt noch immer die Zeche, weil die Leute wandern hier ab, das heißt wir haben hier und werden auch in Zukunft massive Probleme kriegen. Die Frage warum die Leute abwandern muss man sich eigentlich kaum stellen, es ist nicht weil wir hier die Ostsee haben und eine schöne Landschaft, sondern die Ursache liegt einfach am Lohngefüge und den fehlenden Jobs. Persönlich stand ich in meinem Leben mehrfach vor der Entscheidung, wohin Ost oder West. Heimat verlassen, dafür aber brutto mind. 500 EUR mehr. Ich bin hier geblieben weil ich Überzeugungstäter bin, weil ich möchte das meine Kinder es hier geniessen können wie ich in meiner Kindheit.

4 Kommentare

  1. Mhm, warum stellt Ihr die Vergleiche immer nur in Deutschland an? Wir sind eine europäische Union. Die Polen arbeiten genauso wie die Esten, die Italiener, die Briten, die Ungarn, die Schweden oder die Finnen. In ganz Europa gibt es Wanderungsbewegungen zu den Arbeitsplätzen. In den USA ebenfalls, von Detroit nach Miami, von Boston nach L. A. So ist es auch in China, in Brasilien und überall. Man kann auch in seiner Heimat bleiben, wenn man die Vor- und Nachteile abgewogen hat.

    Nicht alle Menschen haben das „Glück“, eine Fabrik vor der Haustür zu haben, wo sie für ihr Leben ausgesorgt haben. Auch dieses „Glück“ währt nicht ewig und ganz sicher bringt es auch Nachteile mit sich. Leben ist Veränderung und auch die Bären müssen ihre Höhlen verlassen, um auf Nahrungssuche zu gehen.

  2. Siggi,

    danke für dein Kommentar, das ist ein interessanter Ansatz. Aber ist es nach Grundgesetz nicht eine Verfassungsmässige Aufgabe des Bundes, die gleichen Lebenbedingungen in den Bundesländer der BRD zu schaffen und würde dies nicht dem entgegen stehen.
    Gibt es solche Verpflichtungserklärungen für Europa?

  3. Thomas,

    ich habe in der Pfalz Ruinen der Schuhindustrie gesehen, die erst vor wenigen Jahren ins Ausland ausgewandert ist. In den ehemaligen Zonenrandgebieten sieht es teilweise ebenfalls sehr trostlos aus. Hamburg saugt die Arbeitskräfte nicht nur vom Osten an, sondern auch von der westlichen Seite der Elbe. Es gibt in Bayern High-Tech-Industrie und den Bayrischen Wald. Einkünfte und Lebensbedingungen sind von den verschiedensten Faktoren abhängig: politische Trends, Vorkommen von Rohstoffen, Vorhandensein von Energie, Arbeitskräften, Fachkräften, Führungskräften, Transportmöglichkeiten usw. Alles ist zusätzlich zeitlichen Veränderungen unterworfen. Es wird nirgendwo einen Politiker geben, der eine Verpflichtungserklärung für gleiche Lebensbedingungen in Europa abgeben wird. Wenn es jemand doch tut, dann Vorsicht! Dann ist es ein Rattenfänger.

  4. Mir ist klar, das sowas nie ein Politiker versprechen wird und kann.

    Trotz dem was du angeführt hast, wo ich auch deine Meinung teile, gibt es ungeachtet dessen eine für mich unerklärlich Lohndifferenz. Ich kenne Beispiele, wo jemand hier aus einer ostdeutschen Kleinstadt in eine westdeutsche Kleinstadt gewechselt hat. er war als Maurer tätig, jeweils sehr kleine Betriebe (maximal 5 Leute), bloss die Lohndifferenz betrugt mehr als 500 EUr brutto. Und dazu das ganze bei einer 38 anstatt 40 Stunden Woche, da fängt man sich an zu fragen. Gleiche Arbeit, vergleichbare Firmen, weniger zu leistende Stunden für mehr Geld? Warum.
    Aber es ist wie es ist, es gibt solche und solche Beispiele.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.